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Slawenburg

Lenzen

Willkommen auf Burg Lenzen – hoch über der Elbe erhebt sich diese imposante Anlage, die als slawische Ringwallanlage begann und im Mittelalter zum deutschen Herrensitz wurde. Hier treffen Natur- und Kulturgeschichte aufeinander und laden ein zu einer Reise durch Jahrtausende archäologischer Vergangenheit.



Die Spuren unter dem Burghügel


Im Inneren des markanten Burghügels von Lenzen verbirgt sich eine der am besten erforschten slawischen Burgen Brandenburgs. Der weithin sichtbare Bergfried gehört zwar zur mittelalterlichen Anlage, doch der Ort war bereits deutlich früher besiedelt. Bei umfangreichen Sanierungsarbeiten ab 2001 traten unter den späteren Mauern überraschend gut erhaltene Reste einer slawischen Befestigung aus dem 9. bis 11. Jahrhundert zutage. Die archäologischen Untersuchungen bestätigten damit, dass der Burghügel schon lange vor der mittelalterlichen Burg ein bedeutender Herrschafts- und Siedlungsplatz war – ein Fund von großer Bedeutung für die frühe Geschichte der Prignitz.


 

Archäologie im Dialog


In enger Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), dem heutigen Eigentümer des Burgensembles und Betreiber des heutigen Besucherzentrums Burg Lenzen, gelang es, die Burgforschung über viele Jahre hinweg fortzusetzen. Schrittweise wurden mittelalterliche und neuzeitliche Baureste dokumentiert, und 2002 förderte eine bis dahin beispiellos tiefe Ausgrabung – rund sieben Meter unter der Oberfläche – hölzerne Bauteile, Werkzeuge und Alltagsgegenstände der slawischen Bewohner zutage. Diese Funde erlaubten einen seltenen Blick auf das Leben jener Menschen, die an dieser Stelle lange vor dem Mittelalter siedelten.


 

Ein Ort mit vielen Schichten


Die Ergebnisse der Grabungen zeigen, dass der Burghügel von Lenzen über Jahrhunderte hinweg genutzt und immer wieder überbaut wurde. So entstand ein einzigartiges archäologisches Archiv, das von der slawischen Zeit bis zur mittelalterlichen Herrschaftsperiode reicht. Die heutige Burganlage mit ihrem markanten Turm erinnert damit nicht nur an Ritter und Fehden, sondern auch an die slawischen Wurzeln der Region.

 


Blick in die Zukunft


Der slawische Befund unter der Burg ist heute nicht zugänglich, doch Besucherinnen und Besucher können sich vor Ort über Texttafeln und ein Diorama der Schlacht von 929 informieren, in dem der Türmhügel anschaulich dargestellt ist. In den kommenden Jahren soll ein Museumsneubau entstehen, in dem man mit einem „Fahrstuhl in die Slawenzeit“ ein immersives Erlebnis erhält – ein tiefer Blick in die Anfänge der Burganlage. Für diese innovative Idee werden noch Konzepte und Förderer gesucht.



Weiterführende Informationen zur Burg Lenzen:

www.burg-lenzen.de


Information

BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen

Burgstraße 3

19309 Lenzen

Maps


Kontakt

Mail: info@burg-lenzen.de

Tel.: 038792-1221

Anreise und Parken

  • kostenlose Parkplätze sind vorhanden

  • vom Elbe-Radweg (Station Fährhaus) sind es 2,5 km bis zur Burg (ca. 10 min. per Rad)

Öffnungszeiten

April bis Oktober

täglich: 10.00-18.00 Uhr


November bis März

Donnerstag-Sonntag: 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Montag-Mittwoch: nur auf Anfrage

Januar: nur auf Anfrage


Ø-Aufenthaltsdauer: ca. 1,5 Std.

Zugang und Gelände

Eintrittspreise

Erwachsene: 6 €

Kinder: 3 € (10-14 Jahre)

Familienkarte: 10 € (2 Erw., bis 4 Kinder)


  • Führungen sind nach vorheriger Anmeldung jederzeit möglich.

  • Toiletten sind in der Burg vorhanden.

  • Die Ausstellung ist nicht rollstuhlgerecht.

Praktische Tipps

Neben der Ausstellung gibt es spannende Exkursionen per Rad, zu Fuß, mit dem Kanu oder mit dem Umweltbildungsboot. (Angebote)

Digitale Angebote

Hör-, Film- und Medienstationen in der Ausstellung

Epoche

Slawenzeit (Frühmittelalter)

Die Slawenzeit bezeichnet die Epoche vom 7. bis ins 12./13. Jahrhundert, als slawische Gruppen aus dem Südosten neue Siedlungsräume zwischen Elbe und Oder erschlossen. Sie prägten die Region mit eigener Keramik, Holzarchitektur, neuen Bestattungsformen und charakteristischen Burganlagen wie der Slawenburg Lenzen. Aus zunächst einfachen Gemeinschaften entstanden vernetzte Gesellschaften mit Handelskontakten von Skandinavien bis Arabien. Auch nach der Einwanderung westlicher Siedler im 12. Jahrhundert blieb vieles bestehen: Zahlreiche Orts- und Familiennamen bezeugen bis heute das slawische Erbe dieser Landschaft.

Zentrale

archäologische
& museale

Orte

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