
Archäologischer Park
Freyenstein
Willkommen im Archäologischen Park Freyenstein – einem einzigartigen Ort, an dem Geschichte unter freiem Himmel erlebbar wird. Mitten in der Prignitz treffen hier die Spuren einer mittelalterlichen Stadt auf moderne Vermittlung: freigelegte Kellergrundrisse und digitale Rekonstruktionen lassen die verschwundene „Altstadt Freyenstein“ wieder lebendig werden.
Die versunkene Stadt: Ein Fenster ins Mittelalter
Anfang des 13. Jahrhunderts gründeten deutsche Siedler im Auftrag des Havelberger Bischofs eine Stadt, die 1263 erstmals als „Vrigenstene“ urkundlich erwähnt wurde. Straßen wurden angelegt, ein Marktplatz geschaffen, Händler siedelten sich an – Freyenstein war Teil der aufblühenden Stadtlandschaft der Mark Brandenburg. Doch die Lage an der Grenze zu Mecklenburg brachte immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. Um 1287 wurde die Stadt aufgegeben, abgetragen und an einem neuen, geschützteren Ort wiedererrichtet. Damit verschwand die alte Stadt auf rund 25 Hektar unter landwirtschaftlichen Feldern – und mit ihr das Wissen um ihr genaues Aussehen.
Wiederentdeckt unter der Erde
Erst im 20. Jahrhundert rückte das verschwundene Freyenstein wieder in den Fokus der Forschung. Zwischen 1980 und 1987 legten Archäologen und Archäologinnen erste mittelalterliche Feldsteinkeller frei, die Einblicke in das Leben der damaligen Stadtbewohner gaben. Geomagnetische Untersuchungen und moderne Messverfahren ab dem Jahr 2000 ermöglichten schließlich die Rekonstruktion des mittelalterlichen Stadtgrundrisses: Ein rechteckiger Marktplatz, umgeben von dicht bebauten Straßen mit Häusern und Kellern – ein Musterbeispiel für eine planmäßig angelegte Stadt des 13. Jahrhunderts.
Mittelalter erleben im Archäologischen Park
Der Archäologische Park Freyenstein wurde 2007 eröffnet und bis 2015 stetig erweitert. Besucher und Besucherinnen können hier auf Spurensuche gehen und das rekonstruierte Stadtbild erkunden. Über dem freigelegten Steinkeller, dessen Mauern einst zu einem großen Fachwerkhaus gehörten, schützt heute ein moderner Glaspavillon die historischen Mauern. Eine Audioführung mit 42 Stationen bringt die Stadt zum Sprechen – etwa durch den Fischhändler Heinrich Beckelhering, der durch das mittelalterliche Freyenstein führt und Begegnungen mit der damaligen Bevölkerung ermöglicht.
Geschichte zum Hören, Sehen und Staunen
Oberirdische Metallinstallationen markieren die Lage der mittelalterlichen Keller, Texttafeln erläutern die Befunde. Auf dem weitläufigen Gelände laden drei überdachte Ausruhstationen mit Stereoskopen dazu ein, in die Vergangenheit zu blicken. Der Park ist zugleich ein laufendes archäologisches Forschungsfeld, das auch künftige Entdeckungen erwarten lässt. Startpunkt für den Besuch ist die Touristinformation im Neuen Schloss, wo Tickets für den Archäologischen Park, das Alte Schloss und das Puppenmuseum erhältlich sind. Ein kleiner Museumsshop sowie ein Museumscafé mit Getränken, Snacks und Kuchen runden das Angebot ab.
Information
Neues Schloss Freyenstein (Touristinformation + Tickets)
Marktstraße 48
16909 Wittstock/Dosse
Maps
Kontakt
Mail: museen-freyenstein@stadt-wittstock.de
Tel.: 033967-600 57
Anreise und Parken
Bahnhof Wittstock (RE 6), Bus 745 (Ri. Meyenburg Bahnhof) bis Haltestelle Freyenstein, Kirche
kostenlose Parkplätze auf dem Marktplatz Freyenstein und in unmittelbarer Nähe des Neuen Schlosses
Öffnungszeiten
Mai bis Oktober
Mittwoch-Sonntag: 10.00-16.00 Uhr
Ø-Aufenthaltdauer: ca. 1,5 Std.
Zugang und Gelände
Eintrittspreise
Erwachsene: 5,50 €
ermäßigt: 4,00 €
Kinder (ab 6 Jahren): 3,00 €
Familienkarte: xx €
Führungen sind nach vorheriger Anmeldung jederzeit möglich.
Es gibt keine Toiletten auf dem Gelände, sondern nur in der Touristinformation im Neuen Schloss.
Das Gelände ist teilweise uneben und teilweise rollstuhlgerecht.
Praktische Tipps
Hunde sind erlaubt.
Das Gelände ist weitläufig – wetterfeste Kleidung und ein Picknickkorb lohnen sich!
Epoche
Hochmittelalter
Das 13. Jahrhundert gilt als Blütezeit des Hochmittelalters. Bevölkerungszuwachs, technische Neuerungen wie der schwere Pflug und eine Ausweitung des Handels führten zu großflächigen Rodungen und zur planmäßigen Gründung neuer Städte. Typisch waren klare Grundrisse mit Markt, Kirche, Handwerkervierteln und befestigten Anlagen – Ausdruck von Wohlstand, Ordnung und zunehmender politischer Bedeutung. Das gesellschaftliche Leben war zugleich stark von kirchlicher Autorität, Abhängigkeiten im Lehnswesen und deutlichen sozialen Hierarchien geprägt. In diese Entwicklungen fügt sich auch Freyenstein ein – eine Stadtgründung im Grenzraum zu Mecklenburg, deren heute sichtbare Strukturen exemplarisch für die urbanen Prozesse dieser Epoche stehen.









