
Adelssitz
Meyenburg
Willkommen im Schloss Meyenburg – dieser herrschaftliche Sitz öffnet den Blick auf mittelalterliche Burgruinen, archäologische Schichten und heutige Museumskultur. Ein Ort, wo Geschichte lebendig und greifbar wird.
Vom Wehrturm zum Schloss
Am Oberlauf der Stepenitz gründeten Siedler im frühen 13. Jahrhundert eine Burganlage, die später zur Keimzelle der Stadt Meyenburg wurde. 1285 wird sie erstmals als „Meyenborch“ erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte entstand einige hundert Meter weiter entfernt eine repräsentative Anlage, deren älteste Teile bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Das heutige Schloss vereint die Geschichte zweier Gebäude, die im Besitz der Familie von Rohr standen – dem „schwarzen“ und dem „weißen“ Stamm. Beide wurden 1866 zur heutigen Schlossanlage zusammengeführt.
Archäologie unter dem Schloss
Im Zuge der Sanierung in den 1990er Jahren kamen unter dem Schloss die Reste zweier älterer Burganlagen ans Licht. Die erste, aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, bestand aus einem Wehrturm und einem Wohngebäude, umgeben von einer steinernen Mauer. Eine zweite Burgphase folgte im 13./14. Jahrhundert mit markgräflicher Prägung. Eine Besonderheit ist die Entdeckung einer aufwändigen Warmluftspeicherheizung, die den hohen Rang der Anlage unterstreicht.
Kostbare Funde und höfische Kultur
Bei den Grabungen 2003/2004 wurden über 27.000 Objekte gefunden – von Alltagsgegenständen bis zu repräsentativen Stücken, die auf die Lebenswelt des Adels hinweisen. Der bedeutendste Fund ist ein goldener Fingerring aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, dessen Inschrift „Jaspar, Baltazar, Melchior“ auf den spätmittelalterlichen Dreikönigskult verweist. Darüber hinaus fanden sich auch Fragmente von Tonpfeifen und Kämmen, Fäden von Goldbrokat, ein silberner Buchbeschlag, ein Würfel und eine Schachfigur aus Knochen – Spuren höfischer Kultur in der Prignitz.
Kaffee trinken inmitten der Ausstellung
Wo einst geheizt, gefeiert und gebetet wurde, entsteht bis Ende 2026 ein ganz besonderer Ort: das zukünftige Archäologische Café im Schloss Meyenburg. Im Zentrum stehen die Reste einer mittelalterlichen Warmluftheizung, die nicht nur im Original sichtbar gemacht, sondern durch eine digitale Rekonstruktion anschaulich ergänzt werden. So wird nachvollziehbar, wie der Ofen einst funktionierte und welche Rolle er im Alltag spielte. Zusammen mit ausgewählten archäologischen Funden entsteht eine Präsentation, die Wissen und Atmosphäre verbindet – eingebettet in ein historisches Ambiente, das zu Kaffee und Kuchen einlädt. Mit der neuen Ausstellung entsteht neben dem Modemuseum und dem Schlossmuseum eine dritte Sammlung, die das Schloss Meyenburg um eine spannende archäologische Ebene erweitert.
Weiterführende Informationen zum Modemuseum und zum Schloss Meyenburg:
www.modemuseum-schloss-meyenburg.de/
Information
Schloss Meyenburg
Schloß 1
16945 Meyenburg
Kontakt
Mail: kontakt@modemuseum-schloss-meyenburg.de
Tel.: 033968 - 502974
Anreise und Parken
kostenlose Parkplätze sind vorhanden
ab Bahnhof Meyenburg (RB 74 und Bus 745) ca. 800 m Fußweg bis zum Schloss (ca. 15 min.)
Öffnungszeiten
April bis Oktober
Dienstag - Sonntag: 11.00 - 17.00 Uhr
auch feiertags
November bis März
Mittwoch - Sonntag: 11.00 - 17.00 Uhr
auch feiertags
Jährlich wechselnde Weihnachtspause (http://www.modemuseum-schloss-meyenburg.de)
Ø-Aufenthaltsdauer: ca. 1 Std. für die archäologische Ausstellung
Zugang und Gelände
Eintrittspreise
Der Eintritt in die archäologische Ausstellung ist kostenfrei.
Für das Modemuseum kostet es 8 € für Erwachsene, 4 € für Kinder und ermäßigt 6 €.
Führungen sind nach vorheriger Anmeldung jederzeit möglich.
Toiletten sind im Schloss vorhanden.
Bestimmte Arten von Rollstühlen können das Schloss mit Hilfe einer Begleitperson befahren. Ein Aufzug ist vorhanden.
Praktische Tipps
Genießen Sie ein Heißgetränk und ein Stück Kuchen in mitten der archäologischen Ausstellung.
Das Modemuseum und das Schlossmuseum sind ebenfalls sehenswerte Stationen im Schloss Meyenburg.
Epoche
Spätmittelalter
Das Spätmittelalter (ca. 1250–1500) war geprägt von gegensätzlichen Entwicklungen: wirtschaftlicher Aufschwung in vielen Städten, wachsender Fernhandel und die Herausbildung städtischer Selbstverwaltungen standen im Kontrast zu Pestwellen, klimatischen Veränderungen und globalen politischen Konflikten. Gesellschaft und Alltagsleben wandelten sich – neue Organisationsformen, stärkerer schriftlicher Austausch und Veränderungen in Architektur und Handwerk prägten die Zeit. In diesen Kontext gehört auch der Vorgängerbau des heutigen Schlosses Meyenburg, in dem Warmluftöfen genutzt wurden – eine für die Epoche fortschrittliche Heiztechnik, wie sie etwa auch in Klöstern vorkam und ein Beispiel für die baulichen Neuerungen jener Zeit.




