
Großsteingrab
Mellen
Willkommen am Großsteingrab Mellen – die über 22×8 Meter große Megalithanlage gehört zu den ältesten Zeugen menschlicher Kultur in der Prignitz. Umgeben von urwüchsiger Natur bietet sie einen stillen Ort der frühen Zeit und der Bewahrung archäologischer Erinnerung.
Rätsel der Riesensteine
Vor den Toren des kleinen Prignitzer Dorfes Mellen liegt eines der letzten erhaltenen Großsteingräber der Region – ein imposantes Zeugnis der Jungsteinzeit. Schon seit Jahrhunderten ranken sich Sagen um die riesigen Findlinge, die der Volksmund Riesen oder Hünen zugeschrieben hat. Wie es den Menschen der Jungsteinzeit gelang, die tonnenschweren Steine zu bewegen und aufzuschichten, blieb lange ein Rätsel.
Das Haus der Toten
Das sogenannte Hünenbett von Mellen entstand zwischen 3000 und 2500 v. Chr. und gehört zu den sogenannten Ganggräbern – monumentalen Grabanlagen, die über Jahrhunderte hinweg immer wieder genutzt wurden. Unter einem aufgeschütteten Erdhügel befand sich eine zentrale Grabkammer, die von großen Decksteinen überspannt war. Hier wurden die Toten mit Beigaben wie Keramik, Werkzeugen oder Schmuck bestattet. Diese Gräber waren nicht nur Ruhestätten, sondern auch Ausdruck von Glauben, Erinnerung und sozialem Rang.
Vom Steinbruch zum Denkmal
Bis ins 19. Jahrhundert dienten viele Megalithgräber als Steinbruch. Auch das Mellener Grab verlor mehrere seiner Deck- und Umfassungssteine, bevor es 1887 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit begann eine neue Wertschätzung für dieses herausragende Denkmal der Frühgeschichte. Das Grab wurde seitdem nicht mehr wissenschaftlich ausgegraben, doch die erhaltenen Strukturen vermitteln noch heute eine eindrucksvolle Vorstellung von der Baukunst und dem spirituellen Denken der steinzeitlichen Gemeinschaften.
Zukunft mit Geschichte
Das Großsteingrab von Mellen ist das letzte seiner Art in der Prignitz. Bis 2027 soll der Ort touristisch aufgewertet werden – mit zwei Informationspavillons und Cortenstahl-Figurinen, die Geschichte und Mythos erlebbar machen. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen werden derzeit Förderer und Sponsoren gesucht, um das steinerne Erbe der Region in die Zukunft zu tragen.
Information
Großsteingrab Mellen
Karstädter Straße 18
19309 Lenzen OT Mellen
Kontakt
Mail: karius@amtlenzen.de
Tel.: 038792-988-50
Anreise und Parken
kostenlose Parkplätze sind vorhanden
ab Bahnhof Perleberg (RE 6), Bus 975 (in Ri. Alt Pinnow) bis Haltestelle Groß Warnower Str., dann noch 300 m Fußweg (5 min.)
Öffnungszeiten
täglich frei zugänglich
April bis Oktober ist die beste Besuchszeit im Jahr.
Ø-Aufenthaltsdauer: ca. 30 min.
Zugang und Gelände
frei zugänglich
beschildert
teilweise unebenes Gelände
teilweise rollstuhlgerecht
Es gibt keine Toiletten vor Ort.
Praktische Tipps
Hunde sind erlaubt.
Ein überdachter Rastplatz (Grillplatz) ist vorhanden.
Wetterfeste Kleidung und ein Picknickkorb lohnen sich.
Es gibt einen sehenswerten Wanderweg (Zweiseitenweg) um das Rambower Moor (Flyer).
Epoche
Jungsteinzeit
Die Jungsteinzeit (ca. 5500–2200 v. Chr.) war eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Menschen wurden sesshaft, bestellten Felder, hielten Tiere und entwickelten neue Technologien wie Keramik, Webkunst und geschliffene Steinwerkzeuge. Damit entstanden dauerhafte Siedlungen, spezialisierte Aufgaben und komplexere soziale Strukturen. Rituale und Ahnenkult gewannen an Bedeutung. In dieser Lebenswelt entstanden auch monumentale Steinsetzungen wie das Megalithgrab von Mellen – Zeugnisse einer Gemeinschaft, die ihre Verstorbenen ehrte und zeigt, wie viel Zusammenarbeit und Wissen nötig waren, um solche Anlagen mit einfachen Mitteln zu errichten.








