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Archäologischer Park Freyenstein in der Prignitz – Eine mittelalterliche Stadt wird sichtbar

14. Nov. 2025
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Jan.

Wie aus einer mittelalterlichen Stadtwüstung ein Leuchtturm der Archäologie wurde


Mit Freyenstein besitzt die Prignitz eines der außergewöhnlichsten Bodendenkmäler Mitteleuropas: eine vollständig erhaltene, planmäßig angelegte Stadt aus dem 13. Jahrhundert, die nach ihrer Zerstörung im Jahr 1287 aufgegeben und nie wieder überbaut wurde. Der Flurname „Altstadt“ bewahrte die Erinnerung – doch erst moderne Archäologie machte sichtbar, wie einzigartig dieser Ort wirklich ist.


Luftbild vom archäologischen Park Freyenstein
Luftbild von der Stadtwüstung, heute Archäologischer Park Freyenstein

Archäologische Spurensuche mit Seltenheitswert


Die ehemalige Stadt Freyenstein ist ein Glücksfall für die Mittelalterforschung. Geomagnetische Untersuchungen und Grabungen ab den frühen 2000er Jahren offenbarten ein rechtwinkliges Straßensystem, Dutzende Keller, ein großes Marktplatzareal, Handwerkszonen sowie die Reste einer bislang unbekannten Burganlage. Diese Befunde erlauben extrem genaue Rekonstruktionen des mittelalterlichen Lebens: von der Anordnung der Grundstücke über Feuerstellen, Abfallgruben und Kloaken bis hin zu Hinweisen auf Viehhaltung und Handelsstrukturen.


Mit jedem Forschungsjahr wuchs das Bild einer dynamischen, wirtschaftlich aktiven Stadt, die nach ihrer Verlegung in die Niederung buchstäblich zur Zeitkapsel wurde.


Grabung im archäologischen Park Freyenstein
Grabung an der Pflasterstraße im Burgbereich

Vom Forschungsfeld zum Archäologischen Park


Auf Grundlage dieses Potenzials entstand – gefördert über LEADER und mit dem Eigenanteil der Stadt Wittstock – der Archäologische Park Freyenstein, der zwischen 2007 und 2015 in drei Bauabschnitten realisiert wurde.


Heute können Besucher:


  • originale Kellergeschosse unter einem modernen Schutzbau entdecken,

  • das Straßenraster der Stadt durch grüne Markierungen und Pflasterabschnitte nachvollziehen,

  • die freigelegte Burganlage mit doppeltem Graben erkunden,

  • über einen Steg in die „Alte Stadt“ eintreten,

  • den historischen Marktplatz in einer atmosphärischen Inszenierung erleben,

  • über Stereoskope in virtuelle Rekonstruktionen blicken,

  • und über eine Audiotour Figuren und Geschichten der mittelalterlichen Stadt kennenlernen.


Begleitend wurde ein Erlebnisbereich geschaffen – mit Kräutergarten, Wölbackern, Tiergehege und Bauerngarten –, der Freyenstein zu einem lebendigen Familienort macht.


Freyenstein ist ein Paradebeispiel dafür, was entsteht, wenn Forschung, Kommune, Förderung und Ehrenamt zusammenwirken: Ein Ort, der archäologische Spitzenforschung, Vermittlung und touristische Entwicklung verbindet – und heute ein Herzstück der Zeitschätze Prignitz ist.


Der Archäologische Park zeigt, wie gemeinsames Engagement eine scheinbar unsichtbare Geschichte wieder sichtbar machen kann. Ein Projekt, das weit über die Region hinausstrahlt – und ein Meilenstein auf dem Weg, archäologische Schätze der Prignitz dauerhaft zugänglich zu machen.



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