Baustart im Schloss Meyenburg
Aktualisiert: 4. Feb.
Im Schloss Meyenburg beginnt ein besonderes Kapitel: Der historische Warmluftofen – seit rund zwei Jahrzehnten unter einem provisorischen Holzfußboden in einem Lagerraum verborgen – soll künftig das Herzstück eines neuen archäologischen Schaucafés bilden.

Warum liegt der Ofen überhaupt dort? – Ein kurzer archäologischer Exkurs
Bereits 2003–2004 wurde der Kellerbereich im Zuge der damaligen Schlossumbauplanungen archäologisch untersucht. Dabei kamen mehrere mittelalterliche Öfen zum Vorschein, von denen nur Ofen Nr. 2 teilweise erhalten blieb. Um seinen Zustand besser beurteilen zu können, wurde er 2022 erneut sondiert und an einer geeigneten Stelle bis auf Fundament- und Kellerboden freigelegt.
Diese Untersuchung brachte wichtige Erkenntnisse:
– das historische Beschickungsloch lag an der südlichen Ofenfront,
– davor befand sich eine flache Aschegrube,
– seitlich lagen aus Feldsteinen gesetzte „Wangen“, die den Arbeitsbereich sauber hielten,
– das rund 1 m hohe Mauerwerk des Ofens ruht auf großen Feldsteinen,
– der Innenraum enthält noch Steine des eingestürzten Versturzes, deren vollständige Entfernung die Statik gefährden würde.
Die archäomagnetische Datierung weist die letzte Nutzung des Ofens ins späte 14. Jahrhundert. Diese Erkenntnisse machen deutlich: Der Befund ist fragil – und verdient eine fachgerechte Sicherung, bevor er öffentlich gezeigt werden kann.

Jetzt wird es konkret: Baumaßnahmen starten 2026
Parallel dazu laufen die Planungen für die bauliche Neugestaltung des gesamten Raumes: Die Architektin, der Elektroplaner, der Kreisarchäologe, die Museumsleiterin, das Bauamt und die Ausstellungsgestalterin koordinieren derzeit alle Schritte. Besonders herausfordernd: Der Raum weist auf 13 Metern Länge ein Gefälle von rund 36 Zentimetern auf. Um einen sicheren und barrierefreien Zugang zum Ofen zu schaffen, entsteht eine Podestfläche – millimetergenau abgestimmt auf den historischen Befund.
Im Dezember werden die ersten Ausschreibungen (Trockenbau, Elektro) veröffentlicht, Anfang 2026 starten die Bauarbeiten: neuer Fußboden, neue Leitungsführung, Wand- und Deckenrenovierung. Wenn alles gut läuft, kann im Sommer 2026 die Inneneinrichtung folgen und das archäologische Schaucafé Realität werden.

Ein Gewinn für Meyenburg und den Verbund der Zeitschätze
Mit der Freilegung und Präsentation dieses außergewöhnlichen Warmluftofens erhält das Schloss Meyenburg eine neue Facette: Die bestehenden Museen – Schlossmuseum und Modemuseum – werden um eine archäologische Ebene erweitert, die eng mit der Geschichte der Burg Meyenburg und dem mittelalterlichen Siedlungsraum verknüpft ist. Der Verbund der Zeitschätze hat diese Entwicklung maßgeblich mit vorangetrieben und setzt damit ein weiteres Zeichen für die Sichtbarkeit der Archäologie in der Region.
Gefördert wird das Projekt durch das Programm LEADER.
