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Ein Schatz unter dem Schloss – Der Warmluftofen von Meyenburg

23. Okt. 2025
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Jan.

Mitten im Erdgeschoss des Schlosses Meyenburg liegt ein archäologischer Fund, der lange im Verborgenen schlummerte: ein außergewöhnlich gut erhaltener Warmluftofen aus dem späten Mittelalter. Bei der Restaurierung des Gebäudes wiederentdeckt, öffnet er ein seltenes Fenster in die Alltagskultur und technische Raffinesse Vergangener Jahrhunderte – und wird nun zum Mittelpunkt einer neuen Ausstellung mit integriertem Café.



Rendering des Museumscafés in Schloss Meyenburg
Visualisierung des Ausstellungskonzeptes

Technik, die ihrer Zeit voraus war


Der Ofen folgt dem Prinzip einer Steinspeicher-Luftheizung: Im tieferliegenden Brennraum wurde Feuer entfacht, die Steine der Ofenkammer speicherten die Wärme und gaben sie langsam ab. Über spezielle Lüfterziegel im Fußboden gelangte die warme Luft dann in den darüberliegenden Raum und sorgte für eine gleichmäßige, komfortable Beheizung – ein komfortables Heizsystem, das nur wohlhabende Haushalte nutzten. In Meyenburg sind die Konstruktion, die Backsteinlage und Teile der Luftführung hervorragend erhalten geblieben.


Einblicke in den Alltag der Vergangenheit


Bei den Ausgrabungen kamen rund 27.000 Einzelfunde zutage – überwiegend Keramikscherben von Gefäßen, ergänzt durch kleine Alltagsobjekte aus Metall, Knochen oder Glas. Ein ausgewählter Ausschnitt dieser Funde wird künftig in der Ausstellung zu sehen sein und zeigt, wie vielfältig das Leben innerhalb eines adeligen Gutshofes über mehrere Jahrhunderte war.


Eine Ausstellung, die Archäologie erlebbar macht


Der Warmluftofen bildet den sichtbaren Kern eines neuen Vermittlungsraums. Besucherinnen und Besucher blicken nicht nur durch eine Glasbrüstung auf den Befund, sondern erleben die historische Heiztechnik auch digital: Ein animiertes 3D-Modell und eingelassene Repliken veranschaulichen, wie die Steinspeicher-Heizung funktionierte und welche Rolle sie im Haus spielte. Ein atmosphärisches Grafik- und Lichtkonzept schafft den Übergang zwischen archäologischen Spuren und der Geschichte des Schlosses vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.


Archäologie trifft Café


Eine besondere Stärke des Projekts: Die Ausstellung wird zugleich ein neuer Caféraum für etwa 20 Personen. Gäste können zwischen historischen Befunden, Illustrationen und Objekten Platz nehmen – ein Angebot, das später durch kleine Veranstaltungen, Formate für Vereine oder Vorträge ergänzt werden kann. Auch im Außenbereich entsteht eine einladende Sitzmöglichkeit. Damit wird Schloss Meyenburg ein Ort, an dem man Geschichte nicht nur betrachtet, sondern ganz nebenbei erlebt.


Ein neuer Baustein im Verbund der Zeitschätze


Mit der Erschließung des Warmluftofens erhält Meyenburg einen weiteren markanten Baustein innerhalb der Zeitschätze Prignitz. Die beiden bestehenden Museen im Schloss – das Schlossmuseum und das Modemuseum – werden um eine völlig neue, archäologische Ebene erweitert. Auf den ersten Blick mag das überraschend wirken, doch die Funde gehören unmittelbar zur Geschichte dieses Ortes: zum mittelalterlichen Vorgängerbau auf dem nahegelegenen Trockenberg ebenso wie zu den Schichten unter dem heutigen Schloss.


Dass der jahrhundertelang verborgen gebliebene Ofen – der über 20 Jahre unbeachtet unter dem Fußboden eines Lagerraums lag – nun wissenschaftlich erschlossen und öffentlich sichtbar wird, ist ein starkes Zeichen für die Kraft des Verbundes. Gemeinsam schaffen die Zeitschätze neue Zugänge, erweitern Perspektiven und machen die archäologische Geschichte der Region an immer mehr Orten erlebbar.




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