Motte, Schloss und geplante Stadt - Stadtkernarchäologie in Meyenburg
Aktualisiert: 16. Jan.
Am Mittwoch, dem 4. Dezember 2024, lud das Modemuseum Schloss Meyenburg zu einem spannenden Vortragsabend ein. Um 18:00 Uhr präsentierte der Archäologe Torsten Geue M.A. (Perleberg) einen Überblick über die archäologischen und bauhistorischen Forschungen im historischen Stadtkern Meyenburgs. Die Veranstaltung war Teil der Reihe Zeitschätze Prignitz – Zentrale Archäologische Orte.

Wie entsteht eine Stadt im Mittelalter?
Warum wurden bestimmte Orte befestigt, andere zu Marktplätzen entwickelt?
Und welche Spuren lassen sich davon noch im Boden, in Mauern und im heutigen Stadtbild finden?
Torsten Geue zeigte, wie Meyenburgs mittelalterliche Stadtstruktur in enger Beziehung zu einer frühmittelalterlichen Motte – einem turmartig befestigten Herrschaftssitz – und später zum Schloss steht. Das regelmäßige Straßenraster und die Parzellenstruktur der Altstadt lassen darauf schließen, dass Meyenburg nicht zufällig wuchs, sondern gezielt geplant wurde.
Die Stadtarchäologie erschließt diese Zusammenhänge anhand:
von Grabungsbefunden im Stadtzentrum
Baualtersanalysen an historischen Gebäuden
archivalischen Quellen
Vergleichen zu anderen regionalen Stadtgründungen
So wird deutlich, dass Meyenburg ein typisches Beispiel hochmittelalterlicher Stadtplanung im nördlichen Brandenburg ist — jedoch mit lokalen Besonderheiten, die viel über Machtverhältnisse, Wirtschaft und Alltag der damaligen Zeit verraten.
Bedeutung für die Region
Für Meyenburg bedeutet das: Die historische Substanz im Stadtkern ist ein sichtbares Kulturerbe, das es zu bewahren, erforschen und zugänglich zu machen gilt. Damit trägt die Archäologie zur Identität der Region Prignitz bei und schafft neue Ansätze für Bildungsangebote und Tourismus.
Rahmenprogramm
Das Modemuseum Schloss Meyenburg bot mit seiner historischen Kulisse den idealen Ort für den Abend. Besucher nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich mit dem Referenten auszutauschen und Fragen zur Baugeschichte ihrer Stadt zu stellen.
Plakat:


