Mittelalterliche Wegesysteme in Nordostdeutschland: Archäologie unterm Straßenpflaster
Aktualisiert: 15. Jan.
Am Donnerstag, dem 12. Juni 2025, fand um 18.00 Uhr im Wegemuseum Wusterhausen ein spannender Vortrag zur Erforschung mittelalterlicher Verkehrswege in der Region statt. Der Abend wurde vom Sachbereich Denkmalschutz des Landkreises Prignitz in Kooperation mit dem Förderverein des Wegemuseums organisiert

Im Zentrum des Abends standen folgende Fragen: Wo verliefen im Mittelalter die wichtigsten Verkehrswege unserer Region? Wie waren Straßen, Plätze, Brücken, Stadtmauern und Tore beschaffen? Und welche Objekte wurden am Wegesrand verloren – und was erzählen sie heute über vergangene Mobilität?
Der Referent Dr. des. Torsten Dressler, Archäologe, Historiker und Bauforscher des Archäologiebüro ABD‑Dressler, stellte eindrücklich dar, wie Grabungen, Baubefunde und Dokumentationen Straßenzüge, Pflasterungen, Bohlenwege und Brückenanlagen ans Licht brachten. Er zeigte auf, wie Straßen und Plätze systematisch geplant bzw. zumindest bewusst genutzt wurden – nicht nur als Verbindungspfade, sondern als wirtschaftliche, strategische und soziale Lebensadern der mittelalterlichen Stadt- und Landgemeinden.
Er führte durch Beispiele von Wegeachsen, die durch das Gebiet der heutigen Prignitz führten, und zeigte anhand von Funden – von Brückenpfählen über Pflasterreste bis zu mittelalterlichen Alltags- bzw. Verlorenheitsobjekten – wie Mobilität und Infrastruktur im Mittelalter funktionierten. Dabei machte er deutlich, dass nicht nur Hauptwege bedeutend waren, sondern auch Verbindungswege und Wegweiser im Landschaftsraum viel über Handels-, Pilger- und Militärverbindungen aussagen.
Bedeutung für die Region
Der Vortrag machte klar: Auch in unserer Region existierten im Mittelalter komplexe Wegesysteme, die infrastrukturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich von großer Bedeutung waren. Das Verständnis solcher historischen Verkehrsnetze eröffnet neue Perspektiven für Denkmalpflege, Landschaftsarchäologie und regionales Kulturerbe in der Prignitz. So zeigt sich, wie stark auch scheinbar „unscheinbare“ Wege Teil einer großen Geschichte wurden.
Rahmenprogramm
Der Abend begann mit einem kleinen Empfang, bei dem Kaffee & Kuchen angeboten wurden. Der Veranstaltungsort – das Wegemuseum – bot mit seiner Ausstellung „Historische Wege im Wandel der Zeit“ den idealen Hintergrund für das Thema. Anschließend bestand Gelegenheit zum Austausch mit dem Referenten und zur Vertiefung im informellen Gespräch.
Plakat:



