Die Leichbrände vom Teufelsberg
Aktualisiert: 16. Jan.
Am Mittwoch, dem 29. Mai 2024, fand im Schlossmuseum Wolfshagen ein spannender Abend im Rahmen der Vortragsreihe „Zentrale Archäologische Orte Prignitz“ statt. Bereits um 17:00 Uhr wurde eine Schlossführung angeboten, bevor um 18:00 Uhr der Fachvortrag begann.

Die Archäologin Dr. Birgit Großkopf von der Georg-August-Universität Göttingen stellte aktuelle Forschungsergebnisse zu einem ganz besonderen Fundplatz vor: dem bronzezeitlichen Gräberfeld am Teufelsberg bei Wolfshagen.
Dort wurden bereits im Jahr 1932 Grabungen durchgeführt. Heute – mehr als 90 Jahre später – konnten ausgewählte Brandbestattungen mit modernen anthropologischen Methoden erneut untersucht werden. Dr. Großkopf gab einen detaillierten Einblick in die Analyse der fünf untersuchten Bestattungen und erklärte, wie aus Knochenfragmenten Informationen zu Geschlecht, Sterbealter und pathologischen Veränderungen gewonnen werden können.
Dabei wurde deutlich, dass die Brandbestattung nicht nur ein technischer Vorgang war, sondern tief in rituelle und kulturelle Vorstellungen der Bronzezeit eingebettet ist. Die Lage des Fundplatzes am Teufelsberg, die Gestaltung der Grabstellen und weitere Funde lassen auf einen bedeutenden Kultort der damaligen Gemeinschaft schließen.
Bedeutung für die Region
Der Vortrag machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig wissenschaftliche Neubewertungen historischer Grabungen sind: Was früher als abgeschlossen galt, kann heute mit neuesten Methoden völlig neue Erkenntnisse liefern.
Für Wolfshagen und die gesamte Prignitz bedeutet dies: Die Region besitzt ein Kulturerbe, das weit über lokale Grenzen hinausweist. Der Teufelsberg erweist sich als ein zentraler Schlüsselort der norddeutschen Bronzezeit – sowohl archäologisch als auch kulturhistorisch.
Rahmenprogramm
Das Schlossmuseum Wolfshagen bot mit seiner historischen Atmosphäre den idealen Rahmen. Besucher hatten nach dem Vortrag die Möglichkeit, mit der Referentin ins Gespräch zu kommen und sich über die Forschung auszutauschen. Auf Wunsch konnte der Abend bereits ab 15:00 Uhr mit Schlossbesichtigung und kleinem Imbiss begonnen werden – ein geselliger Einstieg, der auf weiteres Interesse an der Archäologie der Region machte.
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