Mittelalterlicher Hausbau in Nordostdeutschland
Aktualisiert: 16. Jan.
Am Dienstag, den 19. November 2024, luden der Sachbereich Denkmalschutz des Landkreises Prignitz und der Archäologische Park Freyenstein zu einem facettenreichen Abend mit Führung und Vortrag ein.

Der Abend begann mit einer Führung durch die Kirche Freyenstein. Anhand des Gebäudes erläuterten die Referenten Methoden der Bauforschung – von der Analyse historischer Baumaterialien über Schichtenabfolgen bis zu Spuren, die Umbauten sichtbar machen. Dabei wurde schnell deutlich, wie viele Erkenntnisse im Mauerwerk selbst verborgen sind.
Es folgte der Hauptvortrag im Archäologischen Park Freyenstein. Die Referenten, Dr. Tilo Schöfbeck (Schwerin) und Gordon Thalmann M.A. (Perleberg), nahmen das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Architektur des Mittelalters.
Freyenstein wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts als neue Stadtanlage im Auftrag des Havelberger Bischofs gegründet und bereits 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Die Lage im Grenzgebiet zu Mecklenburg führte allerdings immer wieder zu Konflikten und Zerstörungen. 1287 wurde die ursprüngliche Stadt aufgegeben und an neuer Stelle errichtet – die alte Siedlung verschwand aus der Landschaft. Nur der Flurname „Altstadt“ erinnerte über Jahrhunderte hinweg an den verloren gegangenen Ort.
In den 1980er Jahren sowie 2007 brachten archäologische Grabungen mittelalterliche Feldsteinkeller ans Licht – die ersten greifbaren Belege für die Bebauung des alten Freyensteins.
Wie sahen mittelalterliche Häuser in der Prignitz aus?
Genau dieser Frage widmet sich die aktuelle Forschung:
Welche Haustypen wurden im 13./14. Jh. gebaut?
Welche Baumaterialien kamen in Nordostdeutschland zum Einsatz?
Wie unterschieden sich die Bauten von süd- und mitteldeutschen Städten?
Da im norddeutschen Raum bislang kaum erhaltene Beispiele aus dieser frühen Stadtbauphase vorliegen, ist Freyenstein ein Schlüsselort: Die Kombination aus archäologischen Grabungen, bauhistorischen Analysen und Vergleichen mit anderen Städten öffnet ein neues Kapitel der Stadtgeschichtsforschung in der Prignitz.
Bedeutung für die Region
Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie Alltagsarchitektur ein wichtiges Stück historischer Identität darstellt. Die Erforschung des mittelalterlichen Stadtgrundrisses und seiner Häuser macht Freyenstein zu einem lebendigen Ort der Wissensvermittlung:
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