Die Lutizen – Neue Perspektiven auf die Slawen zwischen Elbe und Oder
Aktualisiert: 16. Jan.
Rückblick auf den Vortrag mit Dr. Fred Ruchhöft auf der Burg Lenzen
Am Dienstag, den 18. Februar 2025, fand auf Burg Lenzen ein spannender Abend im Rahmen der Vortragsreihe „Zeitschätze Prignitz“ statt. Das BUND-Besucherzentrum und der Sachbereich Denkmalschutz des Landkreises Prignitz hatten gemeinsam eingeladen, um das Buch „Die Lutizen. Zur Geschichte der Slawen zwischen Elbe und Oder“ vorzustellen.

Der Historiker Dr. Fred Ruchhöft stellte dabei die Frage in den Mittelpunkt, ob die Slawen rebellische Gegner des Christentums oder vielmehr entschlossene Bewahrer ihrer eigenen kulturellen Identität waren. Mit Hilfe aktueller Forschungen – insbesondere zu überlieferten Fälschungen und alten Irrtümern – entwarf er ein frisches, differenziertes Bild der slawischen Geschichte im heutigen Mecklenburg, Vorpommern und Brandenburg.
Im Fokus standen die Lutizen, ein Bund slawischer Stämme, die sich seit dem späten 10. Jahrhundert gegen die Christianisierung sowie sächsische Expansionsbestrebungen zur Wehr setzten. Dr. Ruchhöft zeigte, dass der bekannte Slawenaufstand von 983 und der sogenannte Wendenkreuzzug von 1147 aus heutiger Sicht ganz anders bewertet werden müssen, als es lange in der Geschichtsschreibung üblich war.
Seine Ausführungen machten deutlich: Die Beziehungen zwischen Lutizen und Sachsen waren weit komplexer. Sie waren nicht nur Gegner – sondern immer wieder auch Partner. Ethnische und religiöse Grenzen verliefen damals viel fließender, als moderne Interpretationen es oft vermuten lassen.
Nach dem Vortrag gab es ab etwa 19.45 Uhr die Möglichkeit, den Abend bei einem gemeinsamen Essen im Burgrestaurant 'place to v' ausklingen zu lassen – eine Gelegenheit, das Gehörte im Gespräch weiter zu vertiefen.
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