Vom Alltag und Leben im bronzezeitlichen Seddin
Aktualisiert: 16. Jan.
Am Montag, dem 27. Oktober 2025, fand um 19.00 Uhr in der Aula des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in Perleberg ein spannender Vortrag über neue Forschungserkenntnisse zum Königsgrab von Seddin und seinem archäologischen Umfeld statt. Die Veranstaltung war Teil der Reihe Zeitschätze Prignitz – Zentrale Archäologische Orte (ZAO) und wurde gemeinsam vom Sachbereich Denkmalschutz des Landkreises Prignitz sowie dem Stadt- und Regionalmuseum Perleberg organisiert.

Der Archäologe Dr. Immo Heske, Kustos der Lehrsammlung an der Georg-August-Universität Göttingen, gab Einblicke in das tägliche Leben der Menschen um 1000 v. Chr. rund um das berühmte Königsgrab — eines der bedeutendsten Monumente der nordischen Bronzezeit.
Im Mittelpunkt standen die Fragen:
Wurden in Seddin tatsächlich neue Häuser entdeckt?
Wer lebte dort — und wie muss man sich diese Menschen vorstellen?
Wie groß war die Siedlung, wie lange bestand sie und wovon ernährte sie sich?
Welche Getreidesorten wurden angebaut und welche Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen?
Anhand der mittlerweile vorliegenden Ergebnisse aus dem dritten Projektjahr zeichnete Dr. Heske ein differenziertes Bild vom Alltag der damaligen Gemeinschaft. Durch Vergleiche mit gut erforschten Regionen konnten zudem wirtschaftliche und soziale Netzwerke der Bronzezeit sichtbar gemacht werden. So zeigte der Abend, dass das Königsgrab nicht isoliert steht, sondern Teil einer lebendigen, weit vernetzten Siedlungslandschaft war.
Bedeutung für die Region
Der Vortrag machte deutlich: Seddin ist weit mehr als ein einzelnes beeindruckendes Grabmonument. Es steht für eine kulturell reiche und politische bedeutende Gemeinschaft in der Prignitz zur Bronzezeit. Diese Erkenntnisse stärken nicht nur das Verständnis für die Vergangenheit, sondern auch das regionale Bewusstsein für das archäologische Erbe vor unserer Haustür.
Rahmenprogramm
Der Vortragsabend bot viele Gelegenheiten zum Gespräch: Interessierte konnten mit dem Referenten diskutieren und sich über laufende Forschungsarbeiten informieren. Die Aula des Gymnasiums bildete dabei einen einladenden Rahmen für diesen lebendigen Wissensaustausch.
Plakat:



