top of page

Workshop ‘Herausforderungen verstehen, Chancen nutzen’

1. Aug. 2024
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Nov. 2025

Werteversprechen und Kundensegmente für die Zeitschätze Prignitz


Der erste Workshop des Projektes zu ‘Herausforderungen verstehen, Chancen nutzen’ bildete einen wichtigen Schritt im Rahmen der ‘Zeitschätze Prignitz digital’. Ziel des Workshops war es, die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen und die digitalen Herausforderungen der ‘Zeitschätze’ zu identifizieren, um daraus Empfehlungen für eine digitale Strategie abzuleiten.

Die Veranstaltung betonte, dass eine realitätsnahe Strategie nur durch die Erfahrungen und das Fachwissen der Teilnehmenden entstehen kann. Durch den Austausch über die alltäglichen Herausforderungen und positiven Erlebnisse an den Zeitschatz-Standorten und deren Korrespondenzstandorten sollten gemeinsame Ideen und Lösungsansätze gefunden werden.


Personen in einem Besprechungsraum diskutieren Notizen an Pinnwänden. Holzvertäfelte Wände, ein Kronleuchter an der Decke. Entspannte Atmosphäre mit lockerer Bestuhlung.
Während des ersten Workshops im Schloss Meyenburg

Das ‘Pains & Gains’-Schema — Ein Werkzeug zur Kundenanalyse


Zu Beginn des Workshops wurde das Schema ‘Pains & Gains’ vorgestellt. Das Modell dient dazu, die Bedürfnisse und Wünsche von Zielgruppen detailliert zu analysieren, um passgenaue Angebote zu entwickeln. ‘Pains’ beschreibt die Herausforderungen oder Probleme, die Kunden erleben, während ‘Gains’ den gewünschten Nutzen oder Mehrwert darstellt, den sie sich von einem Produkt oder einer Dienstleistung versprechen. Durch die Betrachtung beider Aspekte können Unternehmen ihr Werteversprechen optimieren und Lösungen schaffen, die gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen. Im Folgenden werden die Schwerpunkte der Analyse vorgestellt:



Allgemeine Zielgruppen:


  • Altersübergreifend: Angebote sollen für alle Altersgruppen zugänglich sein — von Kita-Kindern bis hin zu Wissenschaftlern.

  • Touristen und Fremdenverkehr: Die Hauptzielgruppen sind Naturtouristen, Kulturliebhaber und Aktivurlauber. Auch digitale Angebote bei schlechtem Wetter sollen die Attraktivität erhöhen.

  • Wissenschaftliche Community: Hier sollen spezielle Programme wie 3D-Rundgänge und wissenschaftliche Inhalte die Forschung und Lehre fördern.



Standortspezifische Zielgruppen:


  • Die einzelnen Standorte haben unterschiedliche Zielgruppen-bedürfnisse, was maßgeschneiderte Lösungen erforderlich macht. Die Koordination zwischen den verschiedenen Standorten und Museumsverbänden bleibt ein zentrales Anliegen.



Digitale Herausforderungen


Im digitalen Bereich wurden konkrete Problemfelder und Lösungsansätze identifiziert:


  1. Infrastruktur und Zugänglichkeit: Mangelhafte Internetgeschwindigkeit und Serverkapazitäten erschweren digitale Projekte. Eine eigene Datenbank für archäologische Funde (aktuell in Excel verwaltet) könnte Abhilfe schaffen.


  2. Digitalisierung und Interaktion: Audioguides für die Nutzung auf eigenen Geräten und Streaming-Optionen für Vorträge sollen die Reichweite und Interaktion erhöhen.


Marketingmaßnahmen und Kooperationen

Die Bedeutung von Kooperationen und effektiven Marketingmaßnahmen wurde betont:


  1. Kooperationen und Synergien: Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen und Institutionen wie dem Stadtarchiv in Perleberg zur Förderung der Museumsnutzung.

    Gemeinsame Werbung und abgestimmte Angebote sollen die Zielgruppen stärker erreichen.

  2. Werbe- und Informationsstrategien: Hochwertige Angebote sollen die Kundenzufriedenheit und die Bindung von Stammkunden sichern. Medien und digitale Plattformen, regional und überregional, sollen für die Bewerbung von Veranstaltungen genutzt werden.

Eleganter Raum mit roten Wänden, Holzboden und Kronleuchter. Im Vordergrund steht eine Tafel mit Haftnotizen, im Türrahmen sind zwei Personen zu sehen.
Arbeit in Kleingruppen während des Workshops

Bildungsangebote und Zugänglichkeit


Bildungsprogramme für Schulen und Kindergärten, angepasst an unterschiedliche Altersgruppen, waren ein weiterer Schwerpunkt. Die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit digitaler Angebote wurde als zentrales Element für den Erfolg herausgestellt.



Best Practice Cases


Im Workshop wurden einige Best Practices als Vorbilder genannt: Audioguides im Archäologischen Park Freyenstein, Hörstationen in Wittstock, Flyerständer mit digitaler Slideshow zu den jeweiligen Standorten, eine Lauschtour durch die Prignitz und die derzeitige Entwicklung einer Prignitz-WebApp. Diese bewährten und zukünftigen Formate könnten als Inspiration für weitere digitale Entwicklungen dienen.



IST-Analyse zur technischen Ausstattung


Die Analyse der technischen Ausstattung zeigte Defizite auf:


  1. Technische Ausrüstung und Software: Server- und Speicherkapazitäten sind unzureichend, Streaming-Dienste werden noch kaum genutzt. Spezialisierte Software ist nur vereinzelt vorhanden und es fehlen Geräte wie Scanner für die Digitalisierung von Dokumenten.


  2. Entwicklung und Pflege digitaler Plattformen: Fachpersonal wird benötigt, um Webseiten zu entwickeln und zu pflegen. Zusätzliche Dienstleistungen zur Sicherung der Barrierefreiheit, wie Übersetzungen, wären ebenfalls erforderlich.



Erwartungen und Lösungsansätze

Die Erwartungen an das Projekt ‘Zeitschätze Prignitz digital’ sind hoch, da es nicht nur darum geht, eine digitale Präsenz für die kulturellen Schätze der Region zu schaffen, sondern auch um eine nachhaltige Strategie, die die Region als kulturellen Anziehungspunkt stärkt. Die Teilnehmenden des Workshops brachten verschiedene Perspektiven ein und äußerten Wünsche und Anforderungen an die Digitalisierung, Konzepte und Kooperationen, um die Ziele des Projekts zu verwirklichen.


1. Digitalisierung: Die Teilnehmenden betonten, dass die Herausforderungen der Digitalisierung häufig eine Überforderung darstellen. Viele Museen und Kulturinstitutionen stehen vor der Aufgabe, digitale Strategien zu integrieren, was jedoch oft komplex und ressourcenintensiv ist. Besonders schwierig ist es, individuelle digitale Strategien zu entwickeln, da jedes Museum spezifische Bedürfnisse und Rahmenbedingungen hat, die berücksichtigt werden müssen. Es besteht daher der Wunsch nach einem Austausch über gemeinsame Lösungen und nach einer gezielten Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Maßnahmen.


2. Konzeptionelle Erwartungen: Es wurde deutlich, dass die Teilnehmenden gespannt auf die Ideen und Vorschläge für die Weiterentwicklung der ‘Zeitschätze Prignitz’ sind und den Prozess offen begleiten möchten. Sie erhoffen sich praxisnahe Ansätze einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können. Ein zentrales Anliegen ist es, verschiedene Zeitschichten der Prignitz in einer anschaulichen digitalen Darstellung zu vereinen und damit historische Entwicklungen für die Besucher*innen greifbar zu machen. Eine solche multimediale Aufbereitung könnte die Geschichten hinter den archäologischen Funden lebendig werden lassen und dabei den Bildungsaspekt verstärken.


3. Sichtbarkeit und Innovation: Für die Zeitschätze Prignitz ist die Entwicklung innovativer Lösungen essenziell, um die Einzigartigkeit der Standorte herauszustellen. Die Teilnehmenden sehen darin den Startschuss für neue Ideen, die das Angebot der Zeitschätze zu einem Alleinstellungsmerkmal machen könnten. Ein klares Ziel ist es, die Zeitschätze in touristische Angebote einzubinden und die Region Prignitz verstärkt als kulturelle Attraktion zu positionieren. Zudem sollen die archäologischen Funde und historischen Artefakte durch digitale Präsentationen sichtbar gemacht werden, um das kulturelle Erbe einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


4. Kommunikation und Koordination: Die offene Kommunikation zwischen den Standorten und Institutionen ist für die Teilnehmenden ein wichtiger Punkt. Sie wünschen sich, dass Informationen zu Projekten und Herausforderungen frei zugänglich und transparent sind. Die Diskussion um die ‘Prignitzer Erklärung’ soll Verantwortlichkeiten und Strukturen innerhalb der Zeitschätze-Kooperation klären, damit jeder Standort weiß, welche Aufgaben übernommen werden müssen. Zuhören und voneinander lernen, insbesondere aus den Erfahrungen anderer Standorte, wird als entscheidender Faktor angesehen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.


5. Integration und Kooperation: Ein weiterer Wunsch der Teilnehmenden ist es, keine „Neuerfindung“ durchzuführen, sondern das Projekt eng mit bestehenden Strukturen und Angeboten zu verzahnen. Die Zusammenarbeit zwischen Museen und relevanten Institutionen soll koordinierter und effizienter werden. Hierfür soll ein Verbund geschaffen werden, der bestehende Inhalte sinnvoll integriert und eine gemeinsame digitale Strategie verfolgt.


Ausblick

Die gesammelten Erwartungen und Lösungsansätze geben dem Projekt klare Leitlinien und Ziele, an denen die nächste Phase orientiert sein kann. Die Herausforderung wird darin bestehen, die individuellen Bedürfnisse der Standorte in eine einheitliche, effiziente digitale Strategie zu integrieren und so eine Plattform zu schaffen, die sowohl lokal als auch überregional die Prignitzer Kulturschätze sichtbar macht und langfristig bewahrt. Durch die Umsetzung dieser Ansätze könnte ‘Zeitschätze Prignitz digital’ als innovatives Vorzeigeprojekt in der kulturellen Digitalisierung und regionalen Vernetzung dienen.

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an!


Wir halten Sie halbjährlich über neue Projekte, Mitmachmöglichkeiten und Veranstaltungen auf dem Laufenden.

bottom of page